Mehr Breitwasser statt Hochwasser

Veröffentlicht am 26.02.2014 in Presse

Vilstalsee
SPD-Marklkofen und Steinberg wollen besseren Hochwasserschutz an der Vils

Steinberg.
"Für einen verbesserten Hochwasserschutz muss man den gesamten Flusslauf der Vils im Blick haben, damit für alle Anlieger von der Quelle bis zur Mündung in die Donau ein besserer Schutz werden kann", darin waren sich die SPD-Gemeinderäte und SPD-Gemeinderatskandidaten aus der Gemeinde Marklkofen bei einem Besuch am Stauwerk des Vilstalsees in Steinberg einig. Der Vilstalsee wurde im Zeitraum von 1972 bis 1975 errichtet und bietet einen Hochwasserschutzraum mit etwa 9,2 Millionen Kubikmeter mit einer Wasserfläche von bis zu 350 Hektar. Die normale Fläche des Sees sind etwa 100 Hektar. nach Aussage der zuständigen Behörde würde ein solches Bauwerk heutzutage gar nicht mehr errichtet.
Die Funktion des Hochwasserrückhaltebeckens, so die offizielle technische Bezeichnung des Vilstalsees, ist, kurzfristig Hochwasser, das durch Schneeschmelze oder außergewöhnliche Regenfälle entsteht, zurückzuhalten und abzupuffern, so dass der Wasserabfluss ins untere Vilstal kontrolliert erfolgen kann. Die Kapazität des Vilstalsees ist auf ein fünfjähriges Hochwasserereignis ausgelegt. Seit seiner Inbetriebnahme konnten so die Überflutungshäufigkeiten für die Unterlieger deutlich reduziert werden.
Besonders das Hochwasserereignis im Sommer 2013 mit den katastrophalen Folgen in den Regionen um Deggendorf und Passau zeigen einmal mehr, dass sich solche Ereignisse nur begrenzt kontrollieren und schon gar nicht wegbetonieren lassen. Die jetzt vielfach geforderte Erhöhung des Staudamms am Vilstalsee kann eine wirkliche Katastrophe, wie sie bei fünfzig- oder gar hundertjährigen Flutereignissen auftritt, nicht wirklich verhindern und verschlimmert die Lage der Oberlieger sogar. Die Natur und vor allem das Wasser nimmt sich einfach den Raum, den es früher hatte. Wir brauchen deshalb mehr Breitwasser, statt Hochwasser, so SPD-Kreisvorsitzender Dr. Vilsmeier.
Deshalb muss die Lehre aus den Hochwasserkatastrophen von 2013 und auch 2002 sein, Vorsorge zu treffen, dass Hochwasserschäden vermieden und oder wenigstens vermindert werden, so die SPD-Vertreter aus Marklkofen. Und jeder Sachverständige weist darauf hin, dass Vorflutflächen geschaffen und Dämme weiter zurückgesetzt werden müssen, um die Menschen und ihr Eigentum zu schützen. Daher brauchen wir mehr Überschwemmungsflächen, die in den Flächennutzungsplänen der Kommunen auszuweisen sind. Diese Flächen sind frei von jeglicher künftiger Bebauung zu halten und Vertreter von Behörden und Verwaltungen, die sich nicht daran halten, sind persönlich zur Verantwortung zu ziehen.
Außerdem braucht es grundsätzlich das Vorkaufsrecht für den Staat nach dem Wasserrecht (nicht nach dem Baugesetzbuch) für Flächen, die im Überschwemmungsbereich liegen. So kann ein Flächenpotential für das Zurücksetzen von Dämmen über eine Flurbereinigung erreicht werden. Grundsätzlich muss hier gelten, dass Gemeinwohl vor den Wünschen einzelner kommt - natürlich bei angemessener Entschädigung, so wie es beim Bau des Vilstalsees praktiziert wurde. Viele Bürger im Bereich des Vilstalsees werden sich noch daran erinnern. Des Weiteren braucht es aber auch Rückhaltebecken für kleinere Bäche und Flüsse, damit das Wasser nicht so schnell in die größeren Flüsse fließt. So lassen sich Hochwasserereignisse besser steuern.

 

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